Die Arbeiten des Winzers

Das Schneiden

Geschnittene Reben St-Léonard

Das Schneiden ist die erste Arbeit des Rebjahres. Wir mögen das Schneiden sehr, denn nach den langen Wintermonaten können wir endlich wieder draussen unsere Reben pflegen. Das Schneiden dient dazu, dem Stock eine Grundform zu geben und diese auf die Dauer zu erhalten, sowie dessen Produktivität sicherzustellen. Wir schauen auf eine gleichmässige Verteilung der Schosse, um im Sommer möglichst viele Blätter dem Sonnenlicht auszusetzen. Beim Schneiden braucht es eine Prise Phantasie, um sich die Entwicklung der Triebe vorzustellen. Wir versuchen auch, die Schnitte so zu legen, dass die Langlebigkeit des Stockes gewährleistet wird, ganz im Sinne von Antoine de Saint-Exupéry: Es geht nicht darum, die Zukunft vorauszusehen, sondern sie zu ermöglichen.

Zeitraum: Mitte Januar bis Ende März

 

Das Pflanzen

 

Das Pflanzen ist ein gewichtiger Arbeitsgang im Leben eines Winzers. Man geht davon aus, dass derselbe Winzer während seiner Karriere nur einmal dieselbe Rebparzelle anpflanzt. Die Rebstöcke bleiben anschliessend in der Regel 25 bis 40 Jahre im Boden. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Pflanzen einige Gedanken zu machen: Welche Traubensorte ist besonders geeignet für diese Lage? Welche überhaupt nicht? Welcher Wein kann auf dem Markt Erfolg haben? Welches Schnittsystem will ich anwenden? Welche Mechanisierung steht mir zur Verfügung? Dies alles erfordert gewisse agronomische Kenntnisse und Erfahrung. 

Zeitraum: Anfangs Mai bis Mitte Juni

 

Das Erlesen

Wie jede Pflanze, versucht die Rebe mit der Produktion von möglichst vielen Früchten das Überleben der Art sicherzustellen. Wenn wir alle Triebe wachsen liessen, gäbe dies eine riesige Menge an Trauben und Laub. Die Qualität der Trauben würde stark beeinträchtigt und der Rebstock würde sich schnell erschöpfen. Um ein gewisses Gleichgewicht herzustellen, bricht man beim Erlesen die überflüssigen Schosse weg. Diese Arbeit wird mit derselben Denkweise wie das Schneiden getätigt, das heisst vorausschauend, die Entwicklung des Stockes begleitend.

Zeitraum: Anfangs Mai bis Mitte Juni

Das Einflechten

Da hier im Wallis die guten Rebflächen knapp sind, haben unsere Vorgänger angefangen, die Reben vertikal wachsen zu lassen. Die Rebe ist aber eine Liane und würde viel lieber dem Boden entlang und auf die Bäume wachsen. So wurden verschiedene Stützvorrichtungen erfunden. Bei uns sind die meisten Reben auf einer Drahtanlage geführt. In regelmässigen Zeitabständen werden die wachsenden Triebe zwischen den Drähten eingeflochten, damit die Laubwand vertikal wächst. Diese Arbeit hat für uns eine hohe Bedeutung, denn sie ermöglicht eine optimale Durchlüftung von Trauben und Blättern, sowie eine sichere und effiziente Durchfahrt der Maschinen.

Zeitraum: Ende Mai bis Ende Juli

Das Auslauben

Bei dieser Arbeit werden gewisse Blätter und die sogenannten Geiztriebe entfernt. Wieso das? Mit dem Wachstum der Triebe wird die Blattmasse in der Traubenzone immer grösser. Regenschauer, Tau und Luftfeuchtigkeit können in der Traubenzone ein günstiges Mikroklima für verschiedene Pilze, z.B. Graufäule, bilden. Man kann sich gut denken, dass diese Pilzsporen nicht unbedingt einen guten Beigeschmack im Wein hinterlassen. Von einem möglichen Ernteverlust reden wir gar nicht. Um diese Pilze von den Trauben fernzuhalten, verbessern wir die Durchlüftung, indem wir grosse Blätter und die Geiztriebe in der Traubenzone entfernen. Mit dieser Massnahme und dank der Sonneneinstrahlung trocknet diese Zone nach einem Regen schneller ab und die Pilzkrankheiten können sich weniger gut entwickeln.

Zeitraum: Juli bis August

Die Weinlese

Die Weinlese ist wohl die bekannteste und beliebteste Arbeit in den Reben. Es ist der letzte Arbeitsschritt im Rebjahr. Uns ist es wichtig, den idealen Zeitpunkt für die Ernte der Trauben zu treffen (Zucker- und Säuregehalt). Die Erntezeit ist eine sehr arbeitsintensive Zeit. Sie und Ihre Freunde sind dazu herzlich willkommen. Die Trauben werden in den Reben in die Kisten gepflückt und in den Keller transportiert. Wir schauen dabei, dass die Trauben so unbeschädigt wie möglich im Keller ankommen. Dort werden sie je nach Weintyp verarbeitet.

Zeitraum: Ende September bis Mitte Oktober

  

 

Das Abfüllen und Etikettieren

Nach mehreren Monaten in unserem Keller und nach Durchlaufen aller Vinifikationsschritte (alkoholische Gärung, biologischer Säureabbau), ist der Patenwein bereit für den Weg in Ihren Keller. Der letzte Arbeitsschritt besteht darin, den Wein in die Flaschen abzufüllen und diese zu etikettieren. Dazu verfügen wir über eine eigene, komplette Abfüllanlage. Die leeren Flaschen werden anfangs der Anlage hingestellt und am Ende stehen die vollen, mit einem Naturkorken verschlossenen und etikettierten Flaschen bereit zum Abpacken.

Zeitraum: März bis Juni